Halbe Bundesliga jagt nächsten Nürnberg-Youngster
Der 1. FC Nürnberg entwickelt sich immer mehr zur Talenteschmiede. In den vergangenen zwölf Monaten tütete der Club bereits Abgänge für fast 50 Millionen Euro ein. Nun steht die halbe Bundesliga schon wieder für den nächsten FCN-Youngster Schlange.

Seit einigen Jahren ist der ehemals so stolze 1. FC Nürnberg, immerhin neunmaliger Deutscher Meister, nur noch ein Durchschnittsklub der zweiten Liga. Der fehlende sportliche Erfolg sorgte mit der Zeit für immer klammere Finanzlagen. Doch statt zu hadern, machte der Club aus der Not eine Tugend und setzte in den vergangenen Jahren voll auf junge Spieler – und das zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes aus.
Der FCN stellt mit einem Kaderschnitt von 24,2 Jahren aktuell noch immer die jüngste Mannschaft der Liga. Trotzdem befindet sich das Team von Trainer Miroslav Klose mit vier Punkten Rückstand auf Platz drei noch in Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen. Und das, obwohl dem Team seit eineinhalb Jahren ein Toptalent nach dem anderen weggekauft wird. Doch das hat Methode.
Transfereinnahmen von fast 50 Millionen
Der fränkische Traditionsklub verzeichnete extrem hohe Einnahmen mit Spielerverkäufen. Seit Ende der vergangenen Saison ließen die Nürnberger Can Uzun (18/ für elf Millionen zu Eintracht Frankfurt) und Finn Jeltsch (18/ für acht Millionen zum VfB Stuttgart) ziehen, im kommenden Sommer folgen Stefanos Tzimas (19/ für 25 Millionen zu Brighton & Hove Albion) und Jens Castrop (21/ für 4,5 Millionen zu Borussia Mönchengladbach).
Der nächste teure Verkauf bahnt sich bereits an, wie die ‚Bild‘ berichtet. Gleich acht Bundesliga-Scouts drängten sich beim Auswärtsspiel gegen Hertha BSC (0:0) am vergangenen Wochenende auf der Tribüne des Olympiastadions und beobachteten Mittelfeldmotor Caspar Jander. Fast das halbe Oberhaus schickte also Beobachter, die das Spiel des 21-Jährigen genau im Auge behielten.
Acht Bundesligisten vor Ort
Konkret soll es sich dabei um die Scouts von Bayer Leverkusen, dem VfB Stuttgart, RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05, dem SC Freiburg, dem FC Augsburg und der TSG Hoffenheim gehandelt haben. Einige von diesen sollen bereits regelmäßig bei Heimspielen des FCN vertreten sein, um Dauerläufer Jander unter die Lupe zu nehmen.
Bei Stuttgart, Leverkusen und Freiburg soll der sechsfache deutsche U20-Nationalspieler besonders weit oben auf dem Zettel stehen. Derzeit ist unklar, ob Nürnberg so schnell einen weiteren Youngster und Stammspieler ziehen lassen würde. Eine etwaige Ablöse soll sich dem Vernehmen nach im hohen einstelligen Millionenbereich bewegen.
Jander wurde bei Schalke 04 und dem MSV Duisburg ausgebildet und kam vor der Saison ablösefrei von den Zebras nach Nürnberg. In dieser Spielzeit lief der zentrale Mittelfeldspieler in 24 Pflichtspielen für den FCN auf, fehlte lediglich einmal gelb-rot-gesperrt. Dabei erzielte Jander drei Treffer und bereitete vier weitere vor. Sein Vertrag in Nürnberg läuft noch bis 2028.
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