Noten FT-Kurve UEFA Nations League

Deutschland zittert sich ins Final Four | Bestnote für Kimmich

Auf die wohl beste Halbzeit einer deutschen Nationalmannschaft seit der WM 2014 folgt der ebenso große Einbruch. Am Ende reicht aber das 3:3-Unentschieden für das Halbfinale und damit das kleine Heim-Turnier in Form des Final Four der Nations League.

von Die Redaktion
3 min.
Joshua Kimmich war an allen Treffern beteiligt @Maxppp

Die beiden ewigen Kontrahenten zauberten einen munteren und rassigen Beginn auf den Dortmunder Rasen. Nach 15 Sekunden hatte Maximilian Mittelstädt den ersten Torschuss aus dem italienischen Sechzehner, eine Minute später Leon Goretzka. Mit einem mannorientierten tiefen Pressing über das gesamte Feld übernahmen die Hausherren komplett das Heft des Handelns und kauften den Gästen mit resoluter Zweikampführung und dem Messer zwischen den Zähnen den Schneid ab.

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Am Ort, an dem 2006 das Sommermärchen ein schmerzhaftes Ende fand, wurden die Gäste bis zur Halbzeit vollends überrollt. Die Italiener verloren zeitweise komplett die Ordnung und wirkten so hilflos wie wohl noch nie in einem Länderspiel gegen die DFB-Elf.

Sinnbildlich dafür steht das 2:0: Als alle Italiener beim Schiedsrichter lamentieren, führt Joshua Kimmich den Eckball schnell aus auf Jamal Musiala, der im Rücken von Gianluigi Donnarumma vergessen wurde und nur einschieben muss. Die wohl beste deutsche Hälfte seit dem 7:1 gegen Brasilien 2014.

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Italien trotzig in Durchgang zwei

Wohl mit dem Wissen im Hinterkopf, was sie Zuhause – vor allem in den Gazetten – erwarten wird, kamen die Italiener trotzig aus der Kabine. Der Squadra Azzurra war die Halbzeit-Standpauke durch Luciano Spalletti anzumerken, entsprechend wollten sie Wiedergutmachung betreiben. Leroy Sané tat ihnen dabei den Gefallen und lud Moise Kean mit einem Fehlpass zum Anschlusstreffer ein.

Vor allem die Einwechslungen von Matteo Politano und Davide Frattesi sowie Giacomo Raspadori verfehlten ihre Wirkung nicht und stabilisierten das italienische Spiel. Ganz anders auf der gegenüberliegenden Seite, der eingewechselte Pascal Groß hatte durch seine miserable Zweikampfführung Anteile am 2:3. Das 3:3 per Elfmeter brachte nochmal maximales Feuer in die Nachspielzeit, am Ende reicht den Deutschen aber das Unentschieden.

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Torfolge

1:0 Kimmich (30.): Nach Traum-Zuspiel wird Kleindienst im Sechzehner klar gefoult, Schiri Marciniak zeigt sofort auf den Punkt. Kapitän Kimmich übernimmt Verantwortung und lässt Elfer-Killer Donnarumma mit einem strammen und präzisen Flachschuss neben den linken Pfosten keine Chance.

2:0 Musiala (36.): Kurioses Tor für Deutschland: Den Kleindienst-Kopfball kann Donnarumma noch über die Latte lenken. Beim folgenden Eckball düpiert Deutschland die Italiener komplett. Während die Mannen in blau noch diskutieren, inklusive Torwart Donnarumma, führt Kimmich schnell aus zu Musiala, der ins verwaiste Tor trifft. Extra-Lob an den Balljungen, der schneller schaltet als elf Italiener.

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3:0 Kleindienst (45.): Und wieder Kimmich: Der Anführer chippt von rechts den Ball auf Kleindienst, dessen Kopfball Donnarumma erst hinter der Torlinie abwehren kann. Großen Anteil am Tor hat Schlotterbeck, der mit seinem aggressiven Pressing den Ball eroberte sowie Goretzka, dessen Steilpass Kimmich fand.

3:1 Kean (49.): Ein desolater Pass von Sané in der eigenen Hälfte landet bei Kean statt bei Kimmich. Der italienische Angreifer läuft allein aufs Tor zu, fackelt nicht lange und lässt Baumann mit einem satten Rechtschuss keine Chance.

3:2 Kean (69.): Kean lässt Italien wieder hoffen und Deutschland zittern. Groß kommt nicht in den Zweikampf gegen Raspadori, Tah nicht gegen Kean, der den Doppelpack schnürt.

3:3 Raspadori (90.+5): Aus dem Nichts meldet sich der Videoschiedsrichter, der bei einer Ecke etwas gesehen haben will. Und in der Tat, beim Eckball war Mittelstädt mit der Hand am Ball. Den fälligen Elfmeter nutzt Raspadori zum Ausgleich.

Die Noten für das DFB-Team

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Eingewechselt:

63‘ Karim Adeyemi (3,5) für Sané
63‘ Nadiem Amiri (3,5) für Goretzka
63‘ Pascal Groß (4,5) für Stiller
77‘ Robert Andrich für Musiala
77‘ Yann Aurel Bisseck für Rüdiger

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